Schocker von der ASKÖ

Ein so eilig einberufenes Treffen (für den 26.3.) hätte uns stutzig machen sollen. Von einem Tag auf den anderen wurde ich gebeten, in das Büro des Stadtrates Oxonitsch zu einem Termin mit dem Referenten Bernhard Mager und ASKÖ-Geschäftsführer Husty zu kommen. Thema war der ASKÖ-Hartplatz, für den FRISCH einen Vorschlag erarbeitet hatte. Auch die ASKÖ war gesprächsbereit, nur die Rollsportanlage war ein Hindernis. Wir hatten also im Büro des Sportstadtrates um Unterstützung bei der Suche nach einem Ersatzstandort dafür angefragt. Herr Mager war dabei sehr hilfreich gewesen. Nun also die Einladung zum Gespräch.

Ein bisschen hatten wir uns gefreut, Herr Mager wollte am Vortrag zwar nicht genau darüber sprechen, was für eine Lösung für den Hartplatz uns nun vorgeschlagen werden sollte, aber es wäre eine Idee, die von uns gekommen wäre. Das muss dann ja gut sein, dachten wir. Immer mehr gewinne ich den Eindruck, dass wir Politprofis sein müssen, um mit so einer BI erfolgreich zu sein und damit wir nicht auf einer Schlittenfahrt landen.

Kurzum: Eine Verlegung der Rollsportanlage sei nicht möglich, die Rollsportanlage bräuchte man nun aber doch nicht (in den früheren war sie unverzichtbar gewesen wg. des starken Betriebs), dafür aber ein Beachvolleyballfeld, das auf der bisherigen Fläche der Anlage untergebracht werden sollte. Wir erhoben Einspruch und meinten, dass wir weiter nach einem Ersatzplatz suchen sollten und dass wir – mithilfe des Stadtrates – schon fündig werden würden. Nein, die Herren seien noch nicht fertig. Die Idee wäre eine Halle zu bauen, damit die Fläche auch volljährig genutzt werden könnte. Ich war tatsächlich von den Socken, denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Beim Gespräch war uns noch nicht ganz klar, wie so eine Halle aussehen könnte, jetzt wissen wir’s, weil wir sie getreu der Angaben entworfen haben. Hier ein Entwurf:

So könnte die von der ASKÖ geplante Halle auf dem Hartplatz aussehen.

So könnte die von der ASKÖ geplante Halle auf dem Hartplatz aussehen.

Mit so einer Halle wäre fast die gesamte Längsseite des ASKÖ-Geländes verbaut. Kostenpunkt 1,5-2 Mio. Euro. Hat die ASKÖ hier Kosten und Nutzen gut gegeneinander abgewogen? Solche Kosten amortisieren sich vielleicht nach 20 Jahren Nutzung, wenn überhaupt. Oder soll mit öffentlichen Geldern gebaut werden? Auch werden die Beacher im Sommer auf die Halle pfeifen und lieber im Freien spielen. Wir vermuten, dass es eigentlich nur darum geht, die Begehrlichkeiten der Öffentlichkeit abzuwenden. Die ASKÖ hatte etwa 10-15 Jahre lang keine Idee, was sie sinnvollerweise mit ihren Flächen anfangen soll. Wozu auch, sie liegen einfach da und wenn die Idee kommt, sind sie bereit. Dass aber die Öffentlichkeit ein immer dringenderes Bedürfnis nach mehr Frei- und Grünraum hat, und dass wir uns gemeinsam überlegen könnten, wie der vorhandene Raum besser nutzbar wäre, war kein Thema. Jetzt sind wir da mit guten Vorschlägen, die aber gar nicht erwogen werden, sondern die ASKÖ sucht den schnellsten Weg um die Fläche für immer zu besetzen – auch wenn sie verbaut wird. Ökologische Verantwortung – kein Thema, Sport und Bewegung für alle – nur für alle, die im Verein sind. 

Das Angebot der ASKÖ war übrigens, dass die Öffentlichkeit die schon vor 15 Jahren zugänglichen Wege wieder zugänglich werden könnten. Kein Problem – mehr. In unseren früheren Gesprächen war immer die Rede von einer geradezu unüberbrückbaren Haftungsfrage. Mit der Öffnung würde ein status quo ante hergestellt. Warum? Die Nutzung der Wege war vor etwa 10 Jahren noch möglich, wie uns der ASKÖ-Funktionär Wilhelm Hartentaler erzählte. Als Teil eines Deals mit der Gemeinde Wien, die die ASKÖ beim Vorgängerbau des jetzigen Studierendenwohnheims gefördert hatte, waren diese Wege öffentlich gewesen.Geschlossen wurden sie, als die Verantwortlichen der Stadt den Deal vergessen hatten. Die Öffentlichkeit würde also mit diesem Deal eine Fläche bekommen, die sie ohnehin die ganze Zeit schon benützen sollte, da sie ihr zusteht.

Wir haben beim Bezirksvorsteher angefragt, was zu der Sache sagt und ob sie mit ihm akkordiert war. Und wir werden beim Jugend- und Sportstadtrat Oxonitsch dranbleiben, damit wir alle eine gute Lösung bekommen. Wir glauben weiterhin daran! [Edith Wildmann]

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